06.03.2026
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Kumpelverein feiert runden Geburtstag
(MT) AUE-BAD SCHLEMA: Ein Stadion als Geburtstagskerze. 80 Jahre FC Erzgebirge Aue – gefeiert dort, wo Aue hingehört: mitten unter den Leuten. Der Festakt beginnt, wie ein Abend im Erzgebirge beginnen muss: mit der Schachtglocke. Licht aus, dann der Gong – und im eins-Erzgebirgsstadion wird aus einem ganz normalen Mittwochabend ein Jubiläum für eine ganze Region. Kein Bankett, keine geschlossene Gesellschaft, sondern Stadion.
Und dann wird es ruhig. Das Steigerlied erklingt. In diesen Minuten passt alles zusammen: Tradition, Bergbau, Heimat – und ein Verein, der sich bis heute als Kumpelverein versteht. Ein Verein, der nicht nur dann zusammensteht, wenn’s leicht ist, sondern erst recht, wenn’s schwer ist.
Denn dieser Geburtstag fällt mitten in eine Phase, in der es sportlich um alles geht. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr hinkt die Drittliga-Mannschaft den eigenen Ansprüchen hinterher. Umso größer ist die Hoffnung, dass aus diesem Abend Kraft wächst, für die Wochen, in denen jeder Punkt zählt.
Was den FC Erzgebirge Aue aber seit 80 Jahren ausmacht, ist mehr als die Profimannschaft. Genau deshalb marschiert an diesem Abend fast der ganze Verein ins Stadion: von den Bambinis über die Junioren bis zur U19, von den Frauen-Teams bis zur Profimannschaft. Und dann die Abteilungen: Schwimmen, Ringen, Leichtathletik, Bogenschießen, Volleyball, Wintersport und und viele weitere. Ein einmaliger Moment: Lila-Weiß ist im Erzgebirge nicht nur ein Trikot. Es ist Vereinsleben.
Und weil man hier Geschichte nicht nur erzählt, sondern lebt, spürt man sie überall. In den Symbolen, in den Liedern, in den Gesprächen auf den Rängen. Viele Ehemalige und Legenden sind gekommen, werden begrüßt und gefeiert. Menschen, die Anteil daran haben, dass die BSG Wismut und der FC Erzgebirge Aue zum Stolz des Erzgebirges wurden – zum Aushängeschild einer ganzen Region.
Ein Höhepunkt des Abends ist die Wahl zur "Elf aller Zeiten". Mehr als 5.000 Fans haben abgestimmt – und damit ein Legenden Team gewählt, das Generationen verbindet. Im Tor: Martin Männel. Dazu Abwehr, Mittelfeld und Angriff aus Spielern, die Aue geprägt haben – mit Namen, die hier jeder kennt. Und als Trainer der Jahrhundert-Elf: Gerd Schädlich – geehrt, weil er den Verein wie kaum ein anderer geformt hat. Und wer an Schädlich denkt, denkt auch an seine besondere Art – trocken, direkt, unverwechselbar. Ein Moment, der das bis heute auf den Punkt bringt:
Doch an diesem Abend darf gelacht werden. Der Festakt ist dabei keine trockene Zeremonie. Er ist Geburtstagsparty – erzgebirgisch, laut und herzlich. Mit Musik, Videogrüßen, Humor und Heimatgefühl. De Randfichten lassen den Holzmichl auferstehen, Anton-Günther-Klänge gehören genauso dazu – und zum Geburtstag gibt es als Weltpremiere noch einen ganz besonderen Höhepunkt: die Steigerversion von Stereoact. (Bildquelle: Tobias Wild)